
Die dänische Sopranistin Lisbeth Rasmussen Juel wurde in Kopenhagen geboren. Dort erhielt sie ihren ersten professionellen Gesangsunterricht bei der Mezzosopranistin Maria Kontra. 2009 gewann sie mit „Unge synger klassisk“, dem nationalen Wettbewerb für junge klassische Sängerinnen und Sänger, ihren ersten Gesangswettbewerb. 2010 wurde sie an der Königlich Dänischen Musikakademie aufgenommen und studierte bei Hanna Hjort.
Nach ihrem Bachelor in Gesang zog Lisbeth 2013 nach Deutschland. Im April 2017 schloss sie ihr Masterstudium Oper an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart bei Professorin Ulrike Sonntag mit großem Erfolg ab.
Lisbeth erhielt zahlreiche Stipendien, darunter 2016 das Deutschlandstipendium. Der Richard-Wagner-Verband wählte sie als Stipendiatin für Bayreuth aus, und 2017 sang sie dort beim traditionellen Stipendiatenkonzert in der Villa Wahnfried.
Wichtige Impulse als Sängerin und Darstellerin erhielt Lisbeth in Meisterkursen, unter anderem bei Helmut Deutsch, Brigitte Fassbaender, Margreet Honig, Ulrich Staerk, Catharine Woodward, Jeanne Piland, Gundula Hintz und Vlad Iftinca.
Den Lockdown 2020/2021, in dem kaum Konzerte vor Publikum stattfanden, nutzte Lisbeth, um den Wechsel vom Mezzo- ins Sopranfach abzuschließen. Dieser Schritt erwies sich als Schlüssel für ihre künstlerische und stimmliche Entwicklung. Bei der „SAS Performing Arts 2nd Annual Vocal Competition“ erreichte sie danach das Halbfinale. Im November 2021 sprang sie an der renommierten Württembergischen Landesbühne Esslingen kurzfristig als Sopransolistin in Martín Palmeris „Misatango“ ein und erhielt hervorragende Kritiken:
Für Hörgenuss sorgte auch die Sopranistin Lisbeth Rasmussen Juel. Ihre dunkel eingefärbte, in allen Registern bestens geführte und sehr wandelbare Stimme entfaltete eine Strahlkraft, die ihre Solopartien zum Erlebnis führte.
Esslinger Zeitung

Im August 2023 sang sie die Sopranpartie in der Produktion „Mermaids in Sight“ beim Copenhagen Opera Festival.
Seit 2025 ist sie Mitglied des Bayreuther Festspielchores und sang dort unter der Leitung von Daniele Gatti, Christian Thielemann und Pablo Heras-Casado. Außerdem übernahm sie solistische Partien: Lehrbube in „Die Meistersinger von Nürnberg“, Edeldame in „Lohengrin“ und Blumenmädchen in „Parsifal“. 2026 folgten ein Friedensbote in „Rienzi“ und erneut ein Blumenmädchen in „Parsifal“.
Neben der Bühne ist Lisbeth als Gesangspädagogin, Stimmbildnerin und Chorleiterin tätig. Viele Jahre prägte sie als Stimmbildnerin den Klang der St. Michael-Chorknaben in Schwäbisch Gmünd. Seit 2026 leitet sie die Chöre „Soul Voices“ und „Chor for Fun“ in Stuttgart-Weilimdorf; außerdem buchen mehrere Chöre sie für chorische Stimmbildung. Das SWR Vokalensemble engagiert sie regelmäßig als Sprachcoach für Dänisch. Mehr über Gesangsunterricht und Chöre auf der Seite Unterricht.